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Abrasionsverhalten von Lava™ Vollzirkonoxid

Abrasionsverhalten von 3M™ ESPE™ Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen

Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Lava™ Zirkonoxid in über 10 klinischen Studien als zuverlässig erwiesen. Insgesamt wurden im Rahmen von Nachuntersuchungen über 1.500 verblendete Kronen und Brücken mit Liegezeiten von bis zu 7 Jahren nachkontrolliert. Ob dünnwandige Kronen im Frontzahnbereich1 oder Brücken im Seitenzahnbereich2 – Lava™ Zirkonoxidgerüste haben eine hervorragende Erfolgsquote.

Lava™ Zirkonoxid-Restaurationen können jetzt auch mit einer dünnen Glasur oder nur poliert im direkten Okklusalkontakt eingesetzt werden. Mit diesen Restaurationen aus Lava™ Vollzirkonoxid verfügen Zahnärzte für Fälle mit geringem Interokklusalabstand und für Patienten mit Bruxismus über eine biokompatible, zahnfarbene und äußerst langlebige Alternative zu Metallversorgungen.

Zur Verträglichkeit von unverblendetem Lava™ Zirkonoxid gibt es seit längerem gute Erfahrungen. Es wurde bereits bei Versorgungen mit unverblendeten Kronenrändern, für Primärkronen und bei Zirkonoxid- Aufbauten für zweiteilige Abuments erfolgreich eingesetzt. Lava™ Zirkonoxid ist wasserunlöslich und allgemein bekannt für seine gute Zahnfleischverträglichkeit. Allerdings wirft der direkte Okklusalkontakt zwischen dem Antagonisten und dem Zirkonoxid neue Fragen auf:

Sind Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen antagonistenfreundlich?
Welche Anforderungen müssen im Behandlungsplan berücksichtigt werden?
Wie kann ich Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen anpassen und polieren?

Schmelzverschleiß bei Lava™ Vollzirkonoxid

Zirkonoxid ist ein hartes Material. Intuitiv könnte man die Abrasivität von der Härte ableiten. Allerdings hängen die verschleißenden Eigenschaften eines Materials hauptsächlich von seiner Oberflächenglätte ab.3 Ein glattes Material wird zu keinem übermäßigen Verschleiß des Antagonisten führen, da zwischen den beiden Abriebkörpern nur eine sehr geringe Reibung durch mechanische Verzahnung entsteht.

Die gute Polierbarkeit von Lava™ Zirkonoxid ist schon von der Arbeit mit unverblendeten Kronenrändern und Primärkronen bekannt. Anpassungen können mit einem Rotring-Diamantbohrer (Finierer, 30 μm Korngröße) unter Wasserkühlung vorgenommen werden. Mit einem standardmäßigen diamantiertem Drei-Stufen-System zur Keramikpolitur lässt sich eine Hochglanzpolitur erreichen.

Es konnte gezeigt werden, dass sich poliertes Lava™ Zirkonoxid im Vergleich zu Verblendkeramik und Pressglaskeramik in einem OHSU-Kausimulator mit 3-Körper-Verschleiß gegenüber Schmelz weniger abrasiv verhält (Abb. 1).4

Abb. 1: Mittlerer Schmelzhöckerverschleiß bei poliertem Material in einem abrasiven Medium (OHSU-Kausimulator mit 3-Körper-Verschleiß)

Lava™ Zirkonoxid verfügt über eine hervorragende Polierbarkeit – und polierte Restaurationen aus Lava™ Zirkonoxid zeigen einen geringen Schmelzverschleiß. Doch was geschieht auf lange Sicht? Bleiben Lava™ Zirkonoxid-Restaurationen auch langfristig glatt?

Abb. 2: Volumetrischer Schmelzverschleiß von Lava™ Zirkonoxid (poliert oder poliert und mittels Autoklavieren für 5 Stunden bei 135 °C, 2 bar gealtert ), Schmelz von menschlichen Schneidezähnen sowie eine Verblendkeramik (modifizierte Alabama-Verschleißuntersuchung)

Zur Beantwortung dieser Frage wurde das langfristige Schmelzhöcker-Verschleißverhalten von Lava™ Zirkonoxid-Material nach beschleunigter Alterung an der Universität von Alabama in Birmingham untersucht (Abb. 2): „Gealtertes Zirkonoxid hatte eine vergleichbare Rauigkeit und führte zu einem vergleichbaren Verschleiß des gegenüberliegenden Schmelzes wie poliertes Zirkonoxid. Beide Zirkonoxid-Gruppen führten zu einem geringeren Schmelzverschleiß als Verblendkeramiken oder natürlicher Schmelz.“5

Lava™ Plus hochtransluzentes Zirkonoxid ist das neueste Zirkonoxid von 3M. Lava™ Plus ist ein Zirkonoxid-Komplettsystem, das verbesserte Transluzenz und erweiterte Einfärbemöglichkeiten, ideal für monolithische Restaurationen, bietet. Lava™ Plus Zirkonoxid zeigt seit langem mit dem bewährten Lava™ Zirkonoxid vergleichbare Verschleißeigenschaften: Die Alterung hat keine Auswirkungen auf die Glätte und die Antagonistenfreundlichkeit von Lava™ Plus Zirkonoxid (Abb. 3).6, 7

Abb. 3 Verschleiß der Schmelzmodellsubstanz Steatit 8 an Lava™ Plus hochtransluzentem Zirkonoxid (poliert oder nach Alterung bei 135 °C, 2 bar poliert) und Verblendkeramik (Elcometer-Messgerät für Abrasionstests)6

Verschleiß von 3M™ ESPE™ Lava™ Vollzirkonoxid

Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen zeigen keinen nennenswerten Eigenverschleiß – sie behalten ihre anatomische Form im Verlauf der Zeit.6, 7 Das Verhalten von Lava™ Zirkonoxid-Restaurationen im Hinblick auf den Eigenverschleiß ist mit dem Verhalten von Nichtedelmetall- Restaurationen vergleichbar (Abb. 4).

Abb. 4: Verschleiß von poliertem und glasiertem Lava™ Zirkonoxid, einem Verblendmaterial und Material aus Nichtedelmetall (CoCr-Legierung) nach Abrasion mit einer Steatitkugel bei einer Belastung von 25 N (Interne Daten von 3M, Methode veröffentlicht in9).

Für die Aufrechterhaltung einer korrekten Okklusion ist der kaum vorhandene Eigenverschleiß, sowohl bei Zirkonoxid als auch bei Nichtedelmetall, in der Behandlungsplanung zu berücksichtigen.

Fazit

Die Ergebnisse verschiedener in-vitro-Tests haben gezeigt, dass Restaurationen aus Lava™ Vollzirkonoxid antagonistenfreundlicher sind als Verblendkeramiken, wenn sie poliert werden. Die Antagonistenfreundlichkeit bleibt auch bei Alterung erhalten.

Lava™ Vollzirkonoxid-Restaurationen zeigen ebenso wie Nichtedelmetall- Restaurationen keinen nennenswerten Eigenverschleiß – dies ist bei der Behandlungsplanung zu berücksichtigen.

Das Anpassen und Polieren von Restaurationen aus Lava™ Vollzirkonoxid kann mit Standard-Diamantinstrumenten für die Keramikbearbeitung durchgeführt werden.




1 Schmitt J, Wichmann M, Holst S, Reich S. Restoring Severely Compromised Anterior Teeth with Zirconia Crowns and Feather-Edged Margin Preparations: A 3-Year Follow-up of a Prospective Clinical Trial. Int J Prosthodont 2010;23:107–109

2 Crisp R, Burke T, Five-Year Evaluation of zirconia-based bridges in general practice: year-three results, J Dent Res 88 (Spec Iss A):3234, 2009

3 Oh W, DeLong R, Anusavice K, Factors affecting enamel and ceramic wear: A literature review, The Journal of Prosthetic Dentistry 2002;87:451-459

4 SORENSEN J, SULTAN E, SORENSEN P, Three-Body Wear of Enamel Against Full Crown Ceramic, J Dent Res 90 (Spec Iss A):1652, 2011

5 JANYAVULA S, LAWSON N, CAKIR D, BECK P, RAMP L, BURGESS J, Wear of enamel opposing aged zirconia, J Dent Res 91 (Spec Iss A): 418, 2012

6 Dittmann R, Urban M, Schechner G, Hauptmann H, Mecher E, Wear behaviour of a new zirconia after hydrothermal accelerated aging, J Dent Res 91 (Spec Iss A): 1317, 2012

7 Dittmann R, Urban M, Braun P, Schmalzl A, Theelke B, Wear behaviour of zirconia after hydrothermal accelerated aging, J Dent Res 90 (Spec Iss B): 307, 2011

8 R.W Wassell,J.E McCabe, and A.WG. Walls. A Two-body Frictional Wear Test. JDentRes 73(9):1546-53, September, 1994

9 T. KURETZKY, M. URBAN, R. DITTMANN, R. PEEZ, and E. MECHER. Wear Behaviour of Zirconia Compared to State-of-the-art Ceramics. J Dent Res 90 (Spec Iss A): 3055, 2011